Die Zukunft der Desktop-Computers

Als Apple-Gründer und Marketing-Genie Steve Jobs im Jahre 2010 der Weltöffentlichkeit das erste iPad präsentierte, glaubten viele aufmerksame Branchenexperten, dass die Rechnung dieses Mal nicht aufgehen könnte: Warum sollten Kunden sich neben Laptop, Desktop-Rechner und Smartphone noch ein solches Tablet kaufen? Ich war seinerzeit auch der Meinung, dass es sich um ein vollkommen überflüssiges Gerät handeln würde. Die Antwort der Kundschaft fiel, wie man heute weiß, recht eindeutig aus: Statt des Tablets ist es heute um den klassischen Desktop-Rechner schlecht bestellt.

 

Tablets: Komfortabel und einfach

Der Grund dafür liegt im wahrsten Sinne des Wortes auf der Hand: Die meisten Menschen nutzen das Internet im Alltag zum Surfen, Shoppen oder für die Kommunikation. Auch Online-Mediatheken werden immer beliebter – und sind auf dem Tablet wesentlich angenehmer zu nutzen. Den aktuellen Blockbuster auf vor dem Bildschirm des Desktop-Rechners schauen – womöglich noch im Arbeitszimmer? Für viele Menschen wirkt das vier Jahre nach der Veröffentlichung des ersten iPads genauso antiquiert wie ein solches Gerät selbst. Dank der rasanten Entwicklung der mobilen Geräte ist selbst Gaming kein Tabu mehr. Wer nicht unbedingt Textverarbeitung nutzt oder mit seinem Rechner arbeitet, wird den klassischen Desktop kaum noch brauchen – auch ich verbringe immer deutlich weniger Zeit vor der Tastatur.

 

Absatzrückgang schwerer Schlag für Microsoft Windows

Das Schicksal dieses Rechner-Typs ist allerdings auch eng verknüpft mit jenem von Microsoft Windows: Das Betriebssystem besitzt auf dem Desktop für Heimanwender mit einem Marktanteil von über 90% noch beinahe ein Monopol; bei mobilen Geräten wie Tablets oder Smartphones mag sich hingegen kaum flächendeckender Erfolg einstellen – hier rangiert das OS im Vergleich zu iOS und Android in der Bedeutungslosigkeit.

 

Wer größere Datenmengen speichern will, benötigt zumeist auch keine große Festplatte mehr: Die Cloud sichert die Dateien nicht nur, sondern macht auch einen Zugriff von jedem Ort und jedem Gerät möglich. Damit ist ein Online-Speicher z. B. Backup und Komfortgewinn auf einmal. Datentransfers können von jedem mobilen Gerät aus erledigt werden. Auch dazu bedarf es keines Desktop-Computers mehr. Darüber hinaus verfügen selbst Mobiltelefone mittlerweile über Speicherkapazitäten von bis zu 64 Gigabyte, was immer noch nicht den Datenmengen einer herkömmlichen Desktop-PC-Festplatte entspricht, den Datenbedarf vieler User jedoch deckt.



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Technische Leistungsfähigkeit kein Argument mehr

Dass es sich beim Rückgang der Nachfrage um einen vorübergehenden Effekt handelt, ist nicht zu vermuten; einstiege Branchengrößen wie Dell und HP liegen wirtschaftlich am Boden. Der einstiege Vorzug des Desktop-Rechners, nämlich die Tatsache, dass er in Relation zum Preis eine beidruckende Leistungsfähigkeit bietet, spielt kaum noch eine Rolle – auch kompakte Geräte bieten heute genug Reserven für alltägliche Anwendungen. Während sich Smartphones und Tablets rasant entwickeln, stellen die Fortschritte beim Desktop kaum einen Kaufanreiz dar. Dazu ist auch die Entwicklung von Microsoft Windows umstritten: Mit der Einführung des sogenannten Metro-Designs schien das Unternehmen die Zukunft selbst eher im mobilen Bereich zu sehen. Die Bedienung frustriert jedenfalls viele Nutzer – kein Bekenntnis zum Desktop. Wie soll es damit also weiter gehen?

 

Ende von Windows XP könnte Verkaufsplus bescheren

Im April 2014 läuft der Support für Microsoft Windows XP aus. Das bereits 2001 eingeführte Betriebssystem ist immer noch sehr beliebt, kann aber bald nicht mehr sicher verwendet werden. Weil ein Umstieg auf ein aktuelles Microsoft Windows wegen der alten Hardware nicht möglich ist und viele Nutzer nicht den Umstieg auf ein sicheres, alternatives Betriebssystem wagen wollen, werden Sie eventuell wieder Geld in einen neuen Desktop Rechner mit Microsoft Windows investieren. Darüber hinaus müsste vor allem Microsoft Innovationen präsentieren, die nur auf dem Desktop möglich sind. Optimismus ist hier aber schwierig, denn das Unternehmen lief der Konkurrenz bereits seit Unternehmensgründung stets hinterher. Grafisches User-Interface? Zuerst auf dem Macintosh zu sehen. Multitasking? Konnte selbst der selige Amiga 500 schon. Suchmaschinen? Cloud? Video-On-Demand? Smartphones und Tablets? Bevor Microsoft reagierte, waren andere auf dem Markt schon eine feste Größe.

 

Fazit: Arbeitstier für Profis

So bleibt derzeit nicht abzusehen, warum der Markt für Desktops künftig wieder wachsen sollte. Um diese Zeilen hier zu schreiben, ist mein Tablet denkbar ungeeignet – natürlich. Aber darüber hinaus? Für rechenintensive Anwendungen, Video- und Bildbearbeitung, Firmen oder Vielschreiber wird der Desktop weiter die Nummer eins bleiben. Endgültig verabschieden dürfte man sich nur vom klassischen Tower. Branchenexperten gehen eher davon aus, dass Microsoft Windows in einem All-in-One-Rechner überlebt.

Die Zukunft der Desktop-Computers

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